13 Juli 2016

Meditatieren - nur was für Hippies?! - 7Mind

Ich habe geschrieben: " Du musst dein Ändern leben". Ein - meiner Meinung nach - sehr spirituell angehauchter Satz. Und ich will mein Leben ändern. Um mich rum ist alles laut, schnell, voll und unruhig. Es scheint, als denke jeder als erstes an sich selbst, das Ego steht an erster Stelle. Wir sind der Meinung, dass Konsum alles ist, was wir brauchen. Wir haben Angst vor der Liebe, aber die Angst vor der Liebe zu anderen Menschen steht dabei nur an zweiter Stelle. An erster Stelle steht ganz groß die Angst, uns selbst zu lieben - was an sich ja ein Widerspruch zum Egoismus ist, oder nicht? 
Und uns selbst zu lieben bedeutet so viel mehr, als zufrieden mit seinem Äußeren zu sein, seine Makel komplett zu akzeptieren, überzeugt von dem zu sein, was man tut und seine Stärken genau zu kennen. Sich selbst zu lieben hat doch eigentlich noch viel mehr damit zu tun, unser inneres zu kennen und zu lieben und auf unseren Körper zu hören und ihn zu pflegen. Nicht mit der neusten Kleidung und den teuersten Beauty-Produkten, sondern indem man ihm Ruhe gibt und in sich hinein hört, was wir wirklich brauchen.


Meditieren gehört zu den Dingen, die wir wohl lange lange laaaange Zeit diesen zotteligen Menschen, die Peace-Zeichen auf den Klamotten tragen und dauernd von Weltfrieden singen, zugeschrieben haben. "Das ist doch was für kiffende Hippies!" 
Aber meiner Beobachtungen nach zu Folge (für die ich selbstverständlich nicht stundenlang recherchiert und nachgelesen habe) ist das Meditieren auf dem besten Weg, ein neuer Trend zu werden. Aber ein guter Trend, denke und hoffe ich.
Fakt ist doch, dass wir alle wahnsinnig gestresst und überfordert sind. Manchmal so gestresst, dass wir schon kurz vor knapp vor diesem gefürchteten Burn-Out stehen. Und das ist keine lustige Sache mehr, über die man lächelnd hinweg winken kann. Stress ist eines der negativsten Gefühle, das unserem Körper einen ungeheuren Schaden zufügen kann, den wir jedoch meistens erst dann bemerken, wenn es schon zu spät ist. 
In unserem vollgepackten Alltag mit Millionen von Verpflichtungen, wichtigen Mails und Anrufen, Terminen über Terminen, Familie und Freunde, Beruf, Sport und gesunder Ernährung vergessen wir nicht nur gerne, wo uns der Kopf steht, sondern auch, wo unser Körper bleibt - nämlich auf der Strecke. 
Und das ist das, was uns von den meditierenden, weltfriedenswünschenden Hippies unterscheidet: Wir hören nicht in uns hinein und schon gar nicht auf unseren Körper. Wenn unsere Stress-Alarm-Ampel schon viertel-vor-rot anzeigt und die Alarmlichter überdeutlich blinken, ignorieren wir sie schlicht und einfach und machen weiter, wo wir aufgehört haben. 
Während unser - nennen wir ihn mal "Klischee-Hippie" - grasrauchend auf dem Boden sitzt, die Augen schließt und ganz genau weiß, dass all das, was wir "brauchen" und auf der "To-Do-Liste-ohne-sichtbares-Ende" stehen haben, nicht so wichtig ist.

Obwohl ich gerade Sommerferien habe und vermutlich der entspannteste Mensch der Welt sein sollte, fühle ich mich irgendwie... Naja. Nicht gestresst aber auch nicht entspannt. Ich fühle nichts Halbes und nichts Ganzes, denn mein Kopf macht scheinbar nie Urlaub. 
Und deswegen (jetzt komme ich endlich mal zum Punkt...) suche ich nach Lösungen. Und den Meditation-Trend habe ich schon vor einer Weile auf YouTube entdeckt.

Nachdem ich das Video geschaut hatte, setzte ich mich also voller Elan und Vorfreude im Schneidersitz auf mein Bett, legte die Hände auf die Knie, "faltete" sie zu der typischen (klischeehaften?) "Omm-Pose" und schloss die Augen. 15 Minuten war das Ziel. Ich stellte mir einen Timer, weil die YouTuberin es empfohlen hatte. Und dann wollte ich ganz locker flockig an nichts denken. 

"Ich muss den Rücken gerade halten, aber das tut weh!", kam mir nach nicht einmal anderthalb Minuten in den Sinn.
Also setzte ich mich etwas bequemer an die Wand - schließlich sollte man sich nicht quälen und bequem sitzen.
"Ich wollte heute doch noch... Und morgen...", war der nächste Gedanke.
"Irgendwie ist die Wand doch nicht so bequem", dachte ich weitere anderthalb Minuten später.
Und setzte mich wieder anders hin.
"Ich sollte doch eigentlich noch...", kam es mir in den Sinn.
"Wie lange ich hier wohl schon sitze?!", fragte ich mich nach spätestens vier Minuten.

Und so ging es weiter. Bis ich es nicht mehr aushielt. Gut, ich hatte über 10 Minuten durchgehalten, aber ob ich diese zehn Minuten mit richtigem Meditieren verbracht hatte, sei mal dahin gestellt.
Trotzdem nahm ich mir vor, es weiter zu probieren. Es wäre bestimmt Übungssache. 
Aber wie sollte es anders sein? Ich tat es nicht, kein einziges Mal setzte ich mich wieder hin. 
Fakt ist, ich hatte keine Ahnung, was ich tun musste, um a) bequem zu sitzen, b) was das eigentliche "Ziel" meiner Meditation war und c) was ich anstellen musste, um ruhig zu werden, meine Gedanken ziehen zu lassen und meinen Körper wahr zu nehmen.


Vor kurzem beschloss ich ja, wie bereits erwähnt, dass ich wieder etwas in meinem Leben ändern muss/möchte. Auf meiner Liste, die ich zum Thema Entspannung angelegt hatte, stand neben "Meditieren" unter anderem "Spazieren gehen" und das habe ich vor drei Tagen im Wald getan. 
Und dort setzte ich mich einfach ganz spontan auf den Waldboden, zog meine Schuhe und Socken aus, lehnte mich an einen Baum und lauschte. Ich ignorierte die Schützenfest-Musik, die aus der Ferne zu mir drang, und ließ sie einfach vorbei ziehen, ohne mich zu ärgern. Anstelle die Augen zu schließen ließ ich den Blick durch den Wald und über die grünen Blätter schweifen. Ich lauschte den singenden Vögeln und fragte mich, wo sie sich versteckten, ich konnte sie schließlich klar und deutlich hören aber keinen Einzigen sehen. 
Es war so schön. So still. In mir selbst wurde es mit einem Mal ganz ruhig. Ich fühlte mich seit einer Ewigkeit seltsam verbunden mit der Natur. 
Als ich wieder aus dem Wald kam hatte ich keine Lust auf den Verkehr der Bundesstraße, auf andere Menschen oder auf sonst etwas. Am liebsten hätte ich Stunden dort verbracht. 

Zuhause setzte ich mich - wie sollte es anders sein... - vor den Computer und fand einen Artikel von Angela. Sie schrieb über die Meditation, und beschrieb einen Teil ihres Weges. Und sie erzählte von einer App namens 7Mind. 
"Das ist doch total bescheuert, eine App zum Meditieren lenkt mich doch erst recht ab!", war mein erster Gedanke. 
Doch irgendwie hatte sie mich neugierig gemacht und ich lud die App auf mein Smartphone runter.
Ich öffnete das kleine Programm, überflog kurz die Einweisung und startete die erste Meditation. Zuerst klang die Stimme des "Sprechers" seltsam und fremd. Er redete ruhig, klar und deutlich. Außer seiner Stimme war nichts zu hören. Doch nach einigen Sätzen gewöhnte ich mich daran, ich fand es sogar entspannend. In meinem Alltag sind immer Nebengeräusche zu hören, egal wann, wo und mit wem. 
Ich lauschte seiner Stimme und folgte seinen Anweisungen, setzte mich auf mein Sofa und spürte in meinen Körper hinein, im Hinterkopf die Worte: "Alles was du fühlst ist richtig."

Es dauerte einen Moment, bis ich mich wirklich auf meinen Körper konzentrieren konnte. Aber wie ich da so saß merkte ich plötzlich, dass sich mein Körper nicht leicht und unbeschwert anfühlte, sondern schwer und stellenweise schmerzend. Keine großen Schmerzen, eher Schmerzen, die man im Alltag nicht wahr nahm. Ich fühlte das, was ich nicht zuordnen konnte. Den Wunsch, etwas zu ändern und mich endlich leicht und unbeschwert zu fühlen.
Bei der ersten Meditation passierte es mir, dass ich zu schnell die Augen öffnete und die Meditation gar nicht richtig beendete. Aber das war ok für mich, beim nächsten Mal wüsste ich es besser. 
Mit einem komischen Gefühl, dass mich für den Rest des Tages sehr ruhig und nachdenklich machte, stand ich auf.


Bei mir zeigte die Meditation zwar keine "Wunder" und ich verspürte nicht den Drang, mein Zimmer aufzuräumen oder sonst etwas. Irgendwie stimmte sie mich ein bisschen traurig. Aber für mich war das ok. Alles was du fühlst ist richtig.

Mittlerweile habe ich sagenhafte zwei weitere Meditationen (der gleichen Art) gemacht und der große AHA-Effekt... Nun ja, es ist eher ein kleiner.
Doch was ich schon gelernt habe ist, dass ich NIE in meinen Körper hinein gefühlt habe. Die kleinen Wehwehchen, Verspannungen und die Schwere habe ich so noch nie wahr genommen. 
Die paar Minuten Meditieren sind außerdem wahnsinnig entspannend. Ich genieße es sehr, einfach da zu sitzen und nicht gezwungen zu sein zu denken. Ich habe gemerkt, dass diese App sehr wohl nützlich ist, sie lenkt mich nicht aber, sondern lenkt mich genau da hin, wo ich hin will. 
Als ich versucht habe "auf eigene Faust" zu meditieren, da konnte ich nicht aus meinen Gedanken raus, nicht meinen Körper fühlen. 

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich mich schon immer gut auf solche angeleiteten Entspannungsübungen einlassen konnte. Seien es sogenannte "Körperreisen" - oder wie man sie nannte - die wir in der Schule gemacht haben, oder die, die ich mal beim Yoga im Fitnesscenter mitgemacht habe. Während andere kichernd in der Ecke lagen, konnte ich mich wunderbar auf die Übungen einlassen. 
Mit der App funktioniert es für mich genauso. Ich lausche einfach nur der Stimme der Sprechers und folge seinen Anweisungen. So gelingt es mir, meinen Körper zu fühlen und zu hören. Zum Beispiel habe ich so seit geraumer Zeit (ich weiß gar nicht, ob ich es überhaupt einmal bewusst getan habe) meinen eigenen Herzschlag gehört. 

An dieser Stelle möchte ich einen Break machen. Ich bin noch ganz am Anfang meiner Meditations-Reise, aber diese Erfahrungen wollte ich erst einmal festhalten. 
Dieser Text ist vielleicht nicht gerade informativ, aber vielleicht kann er eine kleine Inspiration sein. Meditieren kann einem - glaube ich - in unserer heutigen Zeit und unserem stressigen Alltag eine Menge geben. Man lernt sich dadurch wieder ein Stückchen besser kennen - man lernt, auf sich zu hören. Manchmal sind Dinge, die wir für enorm wichtig halten, eigentlich nur ganz klein. Oder wir können Klarheit über Dinge erhalten, die für uns vorher nur verschwommen waren. 

Mit der Meditation stehen uns wahrscheinlich alle Türen und Möglichkeiten offen, neue Wege zu finden. Und obwohl ich gerade selbst wie ein unser zotteliger Klischee-Hippie, der Peace-Zeichen auf den Klamotten trägt und dauernd von Weltfrieden singt, klinge, will ich weitere Erfahrungen sammeln und darüber berichten. Ich möchte mehr über mich herausfinden und wieder zu mir finden. 

liebst, nele

09 Juli 2016

Du musst dein Ändern leben

Ein toller Spruch. Darin steckt einfach so viel Wahres und Motivierendes. Es bringt nichts, sich ständig etwas vor zu nehmen, Dinge ändern zu wollen, wenn man sie dann nicht anpackt und durchzieht. Ich bin da leider ein Spezialist im Vornehmen und doch nichts ändern. Aber vielleicht schaffe ich es ja doch, endlich mal die Dinge zu ändern, die mich stören. 

Jedoch habe ich in letzter Zeit immer wieder gemerkt, dass ich kein Mensch bin, der sich gerne an strikte, festgelegte Pläne hält. Ich bin kein "30-Days-of-...-Challenge"-Typ. Eher ein "Mal-hier-mal-da-ein-bisschen-das-wird-schon-irgendwann"-Typ. Und das ist ok. 
Warum um alles in der Welt sollte ich mich quälen, stressen, demotivieren und am Ende selbst bestrafen, wegen einer Sache, die mir keine Freude bereitet. 
Ich habe keinen Bock auf tägliche, vorgeschriebene Aufgaben, die ich wohlmöglich im Internet gefunden habe. Ich habe keine Lust, jeden Tag - oder auch jeden zweiten Tag - zum Sport zu rennen, weil Sport einfach nicht mein Ding ist. Ich habe auch keine Lust, mich täglich an einen strengen Ernährungsplan zu halten, nur um drei Wochen später von der größten Fressattacke meines Lebens überfallen zu werden. Noch nicht einmal das Bedürfnis, regelmäßig an Beiträgen für diesen Blog zu arbeiten, habe ich

Und obwohl all diese Challenges und Routinen, Life Hacks und haste-nicht-gesehen-wa-es-da-noch-alles-gibt nicht nur total im Trend, sondern ja auch wirklich toll und wirkungsvoll sein sollen, bringen sie mir persönlich nicht viel.
Außer jede Menge Frustration. Toll, ich hab es wieder nicht geschafft.

Ich denke, es ist gut, dass ich das erkannt habe. Wenn man nicht wie andere tickt, ist das absolut in Ordnung. Mit dir oder mir ist nichts falsch. Jeder Mensch ist ganz einfach anders gestrickt. Nur, wenn man diesen Challenges und Zielen trotzdem hinterher jagt, obwohl man nicht der Typ für so etwas ist, macht mich das nicht glücklich, verbessert mein Leben auch nicht, sondern macht mich schlussendlich nur unzufrieden und ruft Zweifel in mir hervor. 
"Warum schaffen andere das, aber ich nicht?"


Trotzdem merke ich, dass ich in letzter Zeit nur so vor mich hin "dümpele". Ich bin nicht komplett unzufrieden, aber auch nicht wirklich glücklich mit mir und meinem Leben. Ich bin einfach zu abgelenkt, zu abhängig von Medien und Technik, ernähre mich nur mittelmäßig, bewege mich zu wenig, und tue viel zu selten Dinge, die mir eigentlich gut tun und Spaß machen.

Ich denke, dass mein Fehler beim "Ändern leben" immer der war, dass ich alles auf einmal wollte. Ich wollte sofort alle Lastern los sein und mit all den Dingen beginnen, die mich glücklich machen, dann wollte ich noch ganz plötzlich und nebenbei enorm viel Sport treiben und von heut auf morgen wieder komplett gesund essen. 
F-U-N-K-T-I-O-N-I-E-R-T-N-I-C-H-T.
Das Leben von heut auf morgen einfach ändern. Ist nicht einfach! Und wie soll das bitte funktionieren, wenn die Ziele, die ich mir stecke, so hoch sind, dass ich nur mit einer wirklich sehr hohen Leiter ran komme, und ich doch aber Höhenangst habe?!
Klar mag es Fälle geben, in denen das gehen mag, Leute, die das wirklich wirklich wollen und die die Willenskraft und Stärke besitzen, ihre ganzen Vorsätze sofort in die Tat umzusetzen. 
Ich bin, wie schon erwähnt, nicht diese Art Mensch. Aber anstelle mich selbst dafür runter zu machen, akzeptiere ich es nun endlich und versuche, die Art, wie ich die Dinge ändern will, zu ändern.

Nun habe ich mir ganz genau aufgeschrieben, was ich ändern möchte. In den nächsten Tagen werde ich auch noch detaillierter daran arbeiten, meine Ziele ein bisschen verfestigen. Aber ich werde mich nicht mehr unter Druck setzten und die Ziele realisierbar und klein halten. 
Ich werde mir diese Vorsätze täglich vor Augen führen und versuchen, es jeden Tag ein bisschen besser zu machen. Und wenn es mal nicht so gut klappt, ist das in Ordnung. Ausnahmen bestätigen erstens die Regel, und sind zweitens für mich wichtig, damit ich nicht irgendwann wieder total in meine alten Gewohnheiten verfalle. 

Meine Ziele und Listen, Inspirationen und Ideen werden auf diesem Blog folgen. Ich mache das in erster Linie für mich persönlich, weil ich einen hübschen Blog doch viel lieber ansehe, als ein schnödes Word Dokument. Aber wenn ich dich damit vielleicht ansprechen, erreichen oder motivieren kann, freut mich das sehr. 

liebst, nele

23 Juni 2016

Warum der Post "Minimalismus - Tag 0 bis 10" nicht erscheint

Voller Enthusiasmus bin ich Anfang Juni in das Minimalismus-Projekt gestartet. 30 Tage lang eine Aufgabe, um das Leben minimalistischer zu gestalten und sich mehr auf das Wesentliche und das Schöne zu konzentrieren. 
Mein Enthusiasmus hielt sich allerdings nicht so lange, wie ich dachte. Die ersten drei Tage war ich gut dabei, und dann begann ich, zu denken "Ach, das klappt heute nicht, weil...".
Unterm Strich: Ich habe aufgehört, den Aufgaben nachzugehen. 

Ich glaube der Grund ist der, dass ich nicht so viel Elan habe, jeden Tag eine Aufgabe zu erledigen, die ich mir nicht selbst gestellt habe, und die nicht essentiell wichtig ist - ohne deren Erledigung also die Welt nicht untergehen wird. 
Also fehlt mir letztlich bei einigen (oder eher bei vielen) dieser Aufgaben der Sinn und der Antrieb. 
Zum Beispiel finde ich Aufgaben, die damit zu tun haben, weniger an technischen Geräten zu sitzen und stattdessen zu lesen oder rauszugehen, gut und sinnvoll, genauso wie  Aufgaben, in denen es ums Ausmisten und Aufräumen geht. 
Aufgaben wie einer Morgen- und Abendroutine zu folgen, oder meine Stressauslöser, Prioritäten und Ziele zu analysieren machen für mich hingegen weniger Sinn und auch weniger Spaß.


Zudem habe ich einfach gemerkt, dass ich nicht der systematischste Typ bin. Klar, versuche auch ich, mich und meinen Alltag zu strukturieren - wie sollte es im To-Do-Listen- und Akribisch-den-Tag-durchplanen-Zeitalter auch anders sein?! Ich besitze einen Kalender und einen Blog für To-Do-Listen und fülle beides auch ganz gut.
Aber ich halte mich nicht an einen strengen, durchgetakteten Plan. Das kann ich einfach nicht. 
Wenn ich einen Punkt auf meiner Liste nicht erledige, sei es aufgrund mangelnder Zeit oder mangelnder Lust (wobei letzteres häufiger der Fall ist), dann ist das OK für mich und kein Weltuntergang. 

Also habe ich für mich festgestellt, dass ich persönlich nicht einem 30-Tage-Plan folgen kann. Und zugegeben: Das kann ich bei anderen Dingen auch nicht. Ich kann mich auch nicht an einen 30-Tag-Sport-Plan halten, weil es mir vielleicht auch einfach nicht wichtig und interessant genug ist...

Trotzdem möchte ich das Projekt nicht ganz begraben. Denn wie gut das Ausmisten und das Genießen der schönen Dinge mir tut, weiß ich schon länger. Deshalb bin ich gerade dabei, mein Arbeitszimmer auszumisten, neu zu ordnen und zu renovieren, damit ich mich dort endlich richtig wohl fühle. VIELLEICHT (!!!) werde ich hier auch mal den Prozess zeigen... 

Das Minimalismus-Projekt möchte ich aber keinesfalls als Misserfolg abbuchen, weil es mir denke ich in gewisser Weise vor Augen geführt hat, wie ich ticke (auch wenn ich mir über die gerade eben beschriebenen Erkenntnisse auch erst gerade eben Gedanken gemacht habe - aber besser spät als nie ;D )
Also hab ich etwas dazu gelernt, und das ist auch ein Erfolg.

liebst, nele

07 Juni 2016

Modezeichnungen - Inspiration

Schon als junges Mädchen habe ich unheimlich gerne und viel in diesen Top-Model-Malbüchern gemalt - vielleicht kennt die noch jemand? Da waren die Umrisse von Mädchen (bzw. "Topmodels") vorgedruckt und denen konnte man dann nach Lust und Laune Klamotten malen. Bei uns liegen bestimmt 10 Stück von diesen Malbüchern auf dem Dachboden, weil ich das einfach so unglaublich gerne gemacht habe und immer wieder mein ganzes Taschengeld für ein solches Buch hingeblättert habe. 
Für mich ist es unheimlich toll, durch diese Bücher zu blättern. Es ist echt lustig zu sehen, was ich früher gemalt habe und was für verrückte und unmögliche Ideen ich hatte. Mindestens genau so toll ist es,  dass ich meine Malfortschritte ganz verfolgen kann. Mit jedem Buch änderten sich nicht nur die Art und Weise, wie die Models dargestellt wurden, sondern auch mein "Stil". Ich habe dadurch echt eine Menge gelernt.

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Heute kann ich, dank langer langer Übung, selber so zeichnen, dass ich schon sehr zufrieden bin. Lange Zeit habe ich mich damit beschäftigt, Fotos von Personen, von denen ich fasziniert war, abzuzeichnen. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich das versuche aufs Papier zu bringen, was in meinem Kopf umher schwirrt. Keine direkten Vorlagen mehr. 

Diese "Modezeichnungen" sind neulich ganz spontan in der Schule entstanden. Jetzt möchte ich einfach ein bisschen darüber plaudern; wie, was und wieso ich das getan habe. Sozusagen als kleine Zeichen-Inspiration.

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Auf die Ideen bin ich spontan gekommen. Wie schon gesagt, das Bild ist in der Schule im Unterricht entstanden und ich musste irgendwie an ein Bild denken, auf dem eine Frau hinter einer Tulpe steht, und es aussieht, als würde sie einen Rock tragen. So kam ich auf das "Tulpenkleid". Der Jumpsuit war eine Mischung aus "Ich-will-doch-kein-langes-Kleid-malen" und einem komischen Traum den ich letztens hatte, in dem ein Jumpsuit drin vorkam...

Eine Klassenkameradin hat mir während des Zeichnens über die Schulter geschaut und festgestellt, dass ich wohl keine Hände malen mag. Hände und Füße sind tatsächlich so eine Sache. Die Füße habe ich z.B. drei oder vier mal neu gezeichnet, bis ich zufrieden war. 

Die Materialien und meine Vorgehensweise möchte ich dir natürlich auch nicht vorenthalten. Zuerst habe ich mit Bleistift auf dickem Zeichenpapier vorskizziert. Dabei habe ich eigentlich keine genaue Reihenfolge, meistens arbeite ich mich von oben nach unten. 
Kleiner Tipp: Am Anfang nicht zu sehr in Details verlieren, die kommen am besten zum Schluss, also dann, wenn der Körper fertig ist. Wenn man etwas später merkt, dass die Proportionen nicht stimmen, ist es ärgerlich ein total gut gelungenes Gesicht wieder komplett weg radieren zu müssen.

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Als ich zufrieden mit der Vorzeichnung war, habe ich die Umrisse mit Tinte und einer Zeichenfeder nachgezeichnet. 
Lange Zeit habe ich gar nicht wirklich gewusst, dass man mit Feder und Tinte auch zeichnen kann, aber als wir es in der Schule gemacht haben, habe ich es als mein neues Lieblingsutensil entdeckt und mir selbst Zeichenfeder und ein kleines Fässchen Tinte zugelegt.
Wenn du selbst neugierig geworden bist, dann kann ich nur empfehlen, mal in einem Bastelgeschäft, oder einem speziellen Künstlerbedarfsladen nachzufragen. Ich habe rund 6 Euro bezahlt, was ich total in Ordnung finde. Es gibt viele verschiedene Federn und unterschiedliche Tinten in verschiedenen Farben. Probier dich einfach aus.

Koloriert habe ich die Zeichnung zuletzt mit Tusche. Ich wette, fast jedes Kind hatte mal so einen Typischen Pelikan-Tuschkasten und genau so einen habe ich benutzt. Ich habe einfach die Farben so gemischt, dass sie mir gefallen haben und mit Wasser verdünnt. So sehen sie, jedenfalls meiner Meinung nach, aus wie Aquarellfarbe, die super einfach zu benutzen ist und einem auch noch etwas Geld spart.

Das wars auch schon. Einen Tipp hab ich noch für dich:
Kann ich nicht gibt's nicht. Gerade in der Schule habe ich es öfters erlebt, dass Klassenkameraden mir beim Zeichnen zugeguckt haben und dann geseufzt haben, dass sie doch auch so gern so malen würden, es aber nicht könnten.
Das ist absoluter Bullshit! Glaubst du wirklich, ich habe so angefangen? Nein, ich hab einfach nur geübt. Und es hat lange gedauert, bis ich es so konnte, wie ich es jetzt kann. Also nicht aufgeben, denn Übung macht bekanntlich den Meister.

liebst, nele

05 Juni 2016

Es muss wohl an dir liegen - Lieblingsbuch im Mai

Vor einer Weile habe ich mir ein Buch gekauft. Ganz spontan, ohne lange zu überlegen. Für viele ist das bestimmt total normal, aber ich habe in letzter Zeit leider echt viel zu wenig gelesen und auch keine neuen Bücher gekauft. Ich stand bei Marktkauf in der Zeitschriften- und Buchabteilung und habe auf meine Mutter gewartet. Und da sprang mir dieses entzückende Cover ins Auge. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, entschied ich mich dazu, es mitzunehmen.
Zugegeben, ich bin kein schneller, kein 20-Bücher-in-20-Tagen-Leser und das Lesen hat bei mir keine höhere Bedeutung, als mich einfach zu unterhalten und mich für einen Moment aus dem Alltag zu retten. Das sind die Gründe, warum ich für ein Buch auch mal etwas länger brauche.

Deshalb möchte ich hier auch keine Rezensionen schreiben, weil ich dazu weder das "Know-How" habe, und auch nicht die Lust, mir dieses anzueignen, noch eine hohe Anzahl an gelesenen Büchern. 
Wenn ich ein schönes, empfehlenswertes Buch gelesen habe, möchte ich einfach ein bisschen darüber plaudern, erzählen, wie es mir gefallen hat und so weiter. 
Und damit fange ich jetzt an. 

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Allein von Außen finde ich dieses Buch so herzallerliebst! Die Farben sind so schön, der Titel sticht heraus, was ich immer gerne mag, und von innen sind Cocktail-Rezepte auf die Umschläge gedruckt. Zwar trinke ich keine Cocktails, aber es sieht toll aus und ist mal etwas anderes! Das sieht alles so super süß aus und passt auch noch wunderbar zu der Geschichte.  

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Die Hauptperson in diesem Buch ist eine, zunächst gewöhnlich wirkende, junge Frau, die jedoch einen ganz besonderen Charme und eine wunderbare Persönlichkeit hat. Mir war Delia sofort sympathisch, ich finde sie außerordentlich amüsant und ich kann mich mit ihr identifizieren.
Sie hat ein geregeltes, schönes Leben, führt eine glückliche Beziehung und möchte heiraten und Kinder kriegen. Ihr Stil und ihre Liebe zum Vintage, sowie zu blasenschwachen Hunden, machen Delia zu einer außergewöhnlichen, liebenswerter Frau. 
Als sie von der Affäre ihres Freundes Paul erfährt, gerät ihr Leben, dass sie nur um Paul herum aufgebaut hat, aus den Fugen. Sie weiß nicht so recht, was sie tun soll, ist am Boden zerstört und zieht schließlich zu ihrer besten Freundin Emma nach London. Dort sucht sie sich einen neuen Job, in dem eine Menge neue Herausforderungen auf sie zukommen und ihr dämlicher Konkurrent Adam West sie ständig in Schwierigkeiten bringt, und baut sich dort nach und nach ein neues Leben auf. Bis Paul in Emmas Wohnung auftaucht...

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Hinter dem Buch steckt eine mitreißende, zuckersüße Geschichte, mitten aus dem Leben. Kann man einen Seitensprung verzeihen? Und warum tun Partner so etwas manchmal. Beim Lesen stellt man sich selbst die Frage: "Wie hätte ich reagiert?"
Die Autorin hält jede Menge unerwartete Wendungen und Ereignisse bereit, die immer wieder neue Spannung in die Geschichte hinein bringen. Vielen Stellen waren so spannend für mich, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen wollte.
Mir hat besonders gut gefallen, wie sich Delia im Buch verändert hat. Wie selbstbewusst sie geworden ist und wie sie ihr Leben wieder selber in die Hand genommen hat.

Ein toller, inspirierender Liebesroman, den ich unbedingt und wärmstens empfehlen kann.

liebst, nele